Weltvegantag-Materialien

Food-Veranstaltung zum Weltvegantag

Vegane Ernährung hat in den letzten Jahren für reichlich Diskussionsstoff gesorgt, Gastronomen in Atem gehalten, aber eben auch in den Küchen landauf, landab für neue kulinarische Anstöße gesorgt. Die Nachfrage nach veganen Produkten ist rasant gestiegen. Immer mehr tierfreie Produkte sind am Markt erhältlich: Sahne auf Basis von Nüssen, Reis oder Lupinen, fleischlose Wurst, Rührei ohne Ei… selbst Kaviar kommt heute ohne Fischlaich aus. Das Angebot an veganen Lebensmitteln war nie größer als heute, das Interesse daran ist enorm. Da wundert es nicht, dass einmal im Jahr der Weltvegantag ausgerufen wird.

Weltvegantag – muss das sein?

Der Weltvegantag ist ein Appell, unseren Konsum von Lebensmitteln tierischen Ursprungs zu hinterfragen. Schließlich verzehrt der Deutsche im Schnitt 40 Kilogramm Fleisch pro Jahr, hinzu kommen 20 Kilogramm Geflügel und durchschnittlich 231 Eier. Im gleichen Maße, wie diese Zahlen sich Jahr für Jahr nach oben schrauben, sinkt scheinbar die monetäre Wertschätzung. Denn für Lebensmittel, für die ein Tier unter widrigen Bedingungen gelebt hat und schlussendlich sein Leben lassen musste, zahlen wir heute im Schnitt weniger als für die gleiche Menge Gemüse. Doch es regt sich Widerstand gegen diese Missstände.

Weltvegantag Ankündigung auf der Website der Grünen Jugend

Anlässlich des Weltvegantages 2018 wollte die Grüne Jugend Oldenburg mit Unterstützung von Gröön Schnack auf die Möglichkeiten alternativer Ernährungsweisen aufmerksam machen. Deshalb wurde zu einer offenen Diskussionsrunde gemeinsam mit vier Expert*innen auf dem Gebiet der veganen, vegetarischen und nachhaltigen Ernährung eingeladen.

Bewusstsein für den eigenen Konsum erhöhen

Im Vorfeld wurden dafür Flyer und Plakate durch Gröön Schnack gestaltet, durch die sich Menschen angesprochen fühlen sollten, die auf der Suche nach alternativen Ernährungsweisen sind und sich darüber tiefergehend informieren wollen. Bewusst wurde der Fokus auf jene gelegt, die Interesse an vegetarischer und veganer Ernährung haben, diese aber noch nicht zwangsläufig bereits umsetzen. Die Materialien wurden an zielgruppenaffinen Standorten ausgelegt und aufgehängt.

Darüber hinaus wurde eine Pressemitteilung an die Regionalpresse verschickt. Diese griff das Thema im Vorhinein auf, eine Nachberichterstattung steht noch aus. Eine Vertreterin der Nordwest Zeitung und des Landkreiskuriers war am Abend der Veranstaltung vor Ort.

Facebook-Veranstaltung_zum_Weltvegantag
Facebook-Veranstaltung zum Weltvegantag

Über Facebook wurde die Veranstaltung zum Weltvegantag ebenfalls beworben. Beinahe täglich veröffentlichten die Organisator*innen Hintergrundinformationen zum Event und zu den Redner*innen, teilten andere thematisch passende Inhalte und regten in regionalen Facebook-Gruppen zu Diskussionen zum Thema Ernährung an. Das Community Management übernahm Gröön Schnack. Für jene, die kein Facebook-Profil haben, sich aber über die Veranstaltung informieren wollten, wurde eine Subpage auf der Homepage der Grünen Jugend eingerichtet, die ebenfalls Gröön Schnack bestückt hat.

Darf’s ein bisschen weniger sein?

Ziel der Veranstaltung und des PR-Programms darum herum war es, die Wertschätzung für Lebensmittel tierischen Ursprungs zu erhöhen. Als Veranstaltungsort entschied sich die Gruppe der Grünen Jugend für das Bio-Restaurant Seidenspinner, das bereits eine große Auswahl vegetarischer und veganer Gerichte anbietet. Neben einem veganen Menü genossen die Teilnehmer*innen an dem Abend die Vorträge der Redner*innen, die zum Teil für ordentlich Diskussionsstoff sorgten.

Um die Teilnehmer*innen noch weiter auf die Thematik einzustimmen, wurden zwischen den Redebeiträgen Auszüge aus Hans-Ulrich Grimms Buch „Die Fleischlüge“ vorgelesen. Der Autor setzt sich kritisch mit konventioneller Tierhaltung und dem Ernährungsbusiness auseinander. Ausgewählte Zitate aus dem Buch waren im Vorfeld im Raum verteilt worden und gaben in den Pausen Gelegenheit, sich mit den Fakten rund das Thema auseinander zu setzen. Sowohl „Die Fleischlüge“ als auch andere Bücher, die das Thema Ernährung kritisch beleuchten, konnten die Teilnehmer*innen am Veranstaltungsabend käuflich erwerben. Hierfür arbeiteten die Organisatoren mit einer ortsansässigen Buchhandlung zusammen. Schließlich trägt auch regionaler Konsum zu mehr Nachhaltigkeit bei.

„Die Wurst gilt als Zigarette der Zukunft“

Für die Veranstaltung sollten Redner*innen zu Wort kommen, die sich mit verschiedenen Bereichen und Möglichkeiten alternativer Ernährungsweisen auseinandersetzen. Bewusst wurden dafür Menschen ausgesucht, die einerseits aus dem Raum Oldenburg kommen und andererseits mit ihren durchaus gegensätzlichen Aussagen einen Querschnitt der gesellschaftlichen Meinungen abdecken konnten.

Weltvegantag Redner*innen und Organisatoren
Weltvegantag Redner*innen und Organisatoren (Bild: GrAbo)

Michael Fröhlich, Bauer aus Leidenschaft und Inhaber des Hofladens Schmidt aus Westerburg, berichtete beispielsweise, wie das Leben der Schafe, Schweine, Kühe und Pferde auf seinem Hof aussieht. Dabei ließ er auch den Gang zum Schlachter nicht aus. „Das ist Teil des Kreislaufes, den wir in Kauf nehmen, wenn wir Fleisch konsumieren“, wie Michael Fröhlich betonte. Gaby Wendzioch, die Inhaberin des Bio-Restaurants Seidenspinner, zeigte den Teilnehmer*innen der Veranstaltung derweil, wie gut die Veg-Küche schmeckt. Für die Vegan-Bloggerin Stefanie Cohrs vom Veggiemaid sprang kurzfristig Michaela Lewitz von 123Kräuterzauberei ein. Sie ist seit sechs Jahren Veganerin, lebt mit sechs Kindern und ihrem Mann, der weiterhin Fleisch konsumiert, überwiegend konfliktfrei zusammen. Michaela gab einen Einblick in ihren Alltag und berichtete, wie sie mit Vorurteilen und Kritik zu ihrem Lebensstil und ihrer Ernährungsweise umgeht. Als weitere Verfechterin der veganen Lebensweise war Carin Folkerts von ProVeg als Referentin vertreten. Sie macht sich für mehr Tierwohl stark und sorgte mit Berichten über konventionelle Tierhaltung und über Oldenburger Schlachthöfe für Zündstoff unter den Teilnehmer*innen. So kontrovers und unterschiedlich die Redner*innen auch auftraten, lag doch allen daran, die Tragweite unserer Kaufentscheidungen aufzuzeigen und zum Umdenken anzuregen.

Eine Wiederholung der Veranstaltung in etwas anderem Rahmen ist bereits geplant. Angedacht ist ein gemeinsames Kochevent, um den Teilnehmer*innen auch die Verarbeitung der Produkte interaktiv näher zu bringen.

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